Döppekochen / Kesselsknall

Wenn der Herbst sich über das Siebengebirge legt wie ein goldener Zauberumhang und der Wind Geschichten von Drachen und Burgen flüstert, dann ist es Zeit für ein Gericht, das Wärme in jede noch so kühle Küche bringt: den Döppekochen.
Dieses uralte Kartoffelgericht, einst die „Arme-Leute-Gans“, ist heute eine kulinarische Liebeserklärung an die einfache Küche des Rheinlandes. Und im Siebengebirge? Da bekommt der Döppekochen von mir einen besonderen Twist – mit einer geheimen, fast mystischen Zutat, die ihn von jeder anderen Variante unterscheidet.
Direkt vorneweg: Döppekochen ist ein traditionelles rheinisches Gericht, das besonders im Bergischen Land, im Westerwald und im Siebengebirge verbreitet ist. Der Name kommt von „Döppe“ (Topf) und „kochen“ – also wörtlich „Topfgericht“. Jetzt geht’s aber direkt ans Eingemachte, lasst uns loslegen! Protz Donner und Kesselsknall!
Was genau ist Döppekochen?
Im Grunde ist es eine Art herzhafter Kartoffelauflauf, früher das „Arme-Leute-Essen“ der Region, heute ein echtes Herbst- und Wintergericht.
Die Grundzutaten sind:
- rohe, geriebene Kartoffeln
- Zwiebeln
- Eier
- Bauchspeck oder Mettwurst oder Räuchertofu
- Salz, Pfeffer, Muskat
Alles wird vermischt, in einen gut gefetteten Bräter oder Gusseisentopf („Döppe“) gegeben und lange im Ofen gebacken, bis sich eine goldbraune, knusprige Kruste bildet.
Mein Döppekochen-Rezept mit magischer Zutat
Wunderbar – dann tauchen wir ein in die magisch duftende Welt des Siebengebirges, wo Nebelschwaden um alte Burgen tanzen, und aus den Küchenfenstern der Dörfer ein verheißungsvoller Duft strömt: Döppekochen. Ein Rezept für graue Tage, hungrige Wanderer*innen und heimliche Kartoffelpoet*innen: Zutaten (für 4–6 Personen)
- 3 kg festkochende Kartoffeln (gerne vom regionalen Acker hier in der Gegend)
- 2 große Zwiebeln, fein gewürfelt
- 3 Eier (Tipp: Eiershop auf dem Campus Frankenforst der Universität Bonn)
- 300g Räuchertofu (oder die oben genannten Alternativen)
- 1 Teelöffel Salz
- reichlich Pfeffer
- 1 Prise Muskat
- Und jetzt kommt’s: ein kleiner Apfel, fein gerieben, die magisch-ungewöhnliche Zutat, die dem Döppekochen eine feine Süße und einen Hauch Herbstgold verleiht. Nehmt die Apfelsorte, die euch auch sonst am besten schmeckt. Ich mag zum Beispiel die Sorten Elster (sauer) und Wellant (geringer Säureanteil) sehr gerne.
- Optional: etwas Thymian oder Majoran, wenn ihr es kräuterhexisch mögt.
TIPP: Ich möchte euch ermutigen, eure ganz persönliche Variante des Döppekochen zu kreieren. Traut euch und experimentiert mit den Zutaten!
Noch ein TIPP: Aus eigener Erfahrung empfehle ich euch die Vorbereitung der magischen Zauberei wirklich ernst zu nehmen. Dann macht die Zubereitung des KesselsKnall so richtig Spaß! Was heißt das konkret?
- Arbeitsfläche freiräumen und gut reinigen!
- Werkzeuge (Messer, Schüsseln, Reibebrett, Ofentopf, Kartoffelschäler, Küchenschürze und was ihr sonst noch braucht) griffbereit positionieren!
- Behälter für die anfallenden Küchenabfälle, damit eure Arbeitsfläche immer nutzbar bleibt!
Zubereitung
- Kartoffeln reiben – ja, mit der Hand! Das macht die Arme warm, falls ihr ohne Zauberfeuer arbeitet. Dann die Masse gut ausdrücken, damit sie nicht zu wässrig wird. Arbeitet zügig, damit sich die Kartoffelmasse nicht zu stark verfärbt.
- Zwiebeln, Eier, Räuchertofu, Gewürze und den geriebenen Apfel unterheben.
Alles kräftig verrühren, bis ihr das Gefühl habt, der Teig „lebt“. - Den „Döppe“ (Bräter oder Gusseisentopf) gut einfetten, die Mischung hineingeben und liebevoll glattstreichen.
- Bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) etwa 2 Stunden backen.
- Der Döppekochen ist fertig, wenn die Oberfläche so goldbraun ist, dass selbst die Sonne neidisch würde. Falls die Oberfläche zu schnell dunkel werden sollte, dann deckt den Topf bitte mit einem backofengeeigneten Deckel ab.
- Zum Servieren mit Apfelmus oder Rübenkraut reichen – und vielleicht ein Getränk eurer Wahl dazu.
Tipp der Küchenhexe
Am nächsten Tag schmeckt der Döppekochen noch besser, besonders wenn ihr ihn in der Pfanne knusprig anbrät. Dann wird aus dem bescheidenen Auflauf eine kulinarischer Zauberschlemmerei gegen schlechte Laune.
1 Kommentar
Verlagsmonat Edition 9/2020 | Würtz Media - Verlag Kathrin Rosi Würtz · Oktober 24, 2023 um 12:20 p.m.
[…] und nachkochen kann. Im Dezember 2020 durfte ich für mein Weblog Expedition Siebengebirge den Döppekochen, auch Kesselsknall genannt, checken. Lecker! So soll es auch kulinarisch im neue Jahr 2021 weitergehen. In diesem Sinn […]
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