Interview mit Biologin Corinna Seibt

Veröffentlicht von Rosi Würtz am

Corinna Seibt ist verantwortlich für die Ausstellungskonzeption und Projektleiterin der „Regenwald-Ausstellung“ im Museum Koenig, Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB), Bonn. Im Interview erläutert die Biologin unter anderem, was das Siebengebirge mit Regenwäldern zu tun hat.

Frage 1: Welchen Ort im Siebengebirge haben Sie am liebsten und warum?

Corinna Seibt: Die Löwenburg – die Ruine gefällt mir, man kann auf verschiedenen schönen Wegen hinwandern und hat das gute Gefühl, einen (wenn auch kleinen ;-)) Gipfel erklommen zu haben. Außerdem hat man natürlich je nach Wetterlage und Jahreszeit eine tolle Aussicht. Das letzte Mal, als ich mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Museum einen Ausflug dorthin gemacht habe, hat die Wintersonne den Rhein und die ganze Umgebung in ein gleißendes Licht getaucht. Dabei sind sehr schöne Fotos entstanden.

Kronendach-Forschungsplattform in der Regenwald-Ausstellung im Museum Koenig, Foto: C. Seibt, LIB

Regenwald-Ausstellung

Frage 2: Sie sind die Projektleiterin der „Regenwald-Ausstellung“ im Museum Koenig Bonn und für die Ausstellungskonzeption zuständig. Wie hängt der Regenwald mit dem Siebengebirge zusammen?

Corinna Seibt: Alle intakten bzw. naturbelassenen Wälder haben eine extrem hohe Bedeutung für den Planeten, weil sie als Kohlenstoffspeicher und –senken fungieren, wertvolle Ressourcen bereitstellen, das Klima regulieren und den Boden vor Erosion schützen. Und vor allem auch, weil sie Lebensraum für eine Vielzahl an Tieren, Pflanzen und sonstigen Organismen sind und damit Horte biologischer Vielfalt darstellen. Diese wichtigen Funktionen erfüllen tropische Regenwälder natürlich in ganz besonders hohem Maße, aber letztlich gilt das alles auch für die hiesigen Wälder. Deshalb ist es dort wie hier extrem wichtig, Wälder zu schützen bzw. so nachhaltig zu nutzen, dass sie diese Funktionen auch in Zukunft weiterhin erfüllen können.

Ich wünsche mir sehr, dass die ganzen „Global Player“ und Entscheidungsträger auf ihren Weltklima- und Biodiversitätsgipfeln endlich die Tragweite der ganzen Problematik anerkennen und gemeinschaftlich entsprechende Maßnahmen entwickeln und auch wirklich umsetzen, mit denen die Ökosysteme und das Klima (dessen durch uns verursachter Wandel sich natürlich auch negativ auf die Wälder auswirkt) langfristig geschützt werden können.

Infos zur Regenwald-Ausstellung

Blick zwischen die beiden Kronendach-Vitrinen, Foto: T. Gerken, LIB

Unterwegs im Siebengebirge

Frage 3: Welche Rolle spielt das Thema Bewegung in Ihrem Leben?

Corinna Seibt: Ich war nie eine Sportskanone, aber schwimmen und laufen (im Sinne von gehen, nicht von joggen) mochte ich immer. Im Alltag gehe ich, so lange es nicht in Strömen regnet, grundsätzlich die meisten Wege zu Fuß, und komme so häufig auf meine 10.000 Schritte oder mehr am Tag. In meiner Freizeit und im Urlaub gehe ich viel wandern, gerne auch mal auf Fernwanderwegen mehrere Tage hintereinander, zum Beispiel in den Pyrenäen oder an der portugiesischen Atlantikküste. Und wann immer das Meer oder ein See in der Nähe sind, bin ich auf jeden Fall auch im Wasser.

Frage 4: Welcher Moment und welche Begegnung haben Sie im Siebengebirge bisher am meisten fasziniert und warum?

Corinna Seibt: Das war wahrscheinlich mein erster Besuch als Kind in der „Drachenhöhle“ und die Begegnung mit dem riesigen Steindrachen. Ich war seit damals nicht mehr da und habe auch gar keine genaue Erinnerung mehr, wie es dort aussieht. Aber ich kann mich trotzdem noch gut an das Gefühl erinnern, und dass ich mit einer Mischung aus Angst, Faszination und Ehrfurcht erfüllt war. Die ganze Atmosphäre war damals für mich mystisch. Ich muss da mal wieder hin, um zu sehen, ob sich das heute immer noch so anfühlt.

Und zu guter Letzt…

Frage 5: Und zum Schluss eine typische Quadratlatschen-Frage: Welche Schuhe ziehen Sie am liebsten an? Warum tragen Sie diese so gerne?

Corinna Seibt: Im Winter trage ich seit einigen Jahren ein Paar knallrote Schnürstiefel von Waldviertler, die ein bisschen nach Zirkusclown-Schuhen aussehen und tatsächlich als „Quadratlatschen“ durchgehen. Die mag ich sehr, weil sie extrem robust und bequem sind und mir gute Laune machen, wenn ich an mir runtergucke. Am allerliebsten laufe ich aber barfuß.

Herzlichen Dank für dieses Interview!

Weitere Informationen über das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB):

Die Fragen stellte Kathrin Rosi Würtz im Dezember 2023.

Kathrin Rosi Würtz zu Besuch in der Regenwald-Ausstellung (Januar 2024)
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